Spaß mit japanischen Zeichentrickfilmen

Funny und Lily geh’n auf Reisen

Die Sonne kletterte träge über den Horizont, als Funny und Lily aufgeregt ihre Reisevorbereitungen trafen. Die beiden Blumenelfen, anmutig wie glitzernde Tautropfen, hatten noch nie eine so lange Reise unternommen. Heute sollte es endlich soweit sein! Ihr Ziel war das ferne Reich ihrer Verwandten, die in einem verwunschenen Blumental lebten. Der Weg dorthin würde sie erst mit der Bimmelbahn, dann mit der großen Eisenbahn führen – ein wahres Abenteuer!

Mit einem mutigen „Let’s go!“ schwangen sich beide in die Lüfte. Lilys rote Haare wehten frech im Wind und wenig später landeten sie auf dem Bahnsteig der kleinen Regional-Station.

„Wir haben genau 30 Minuten bis zum Hauptbahnhof, dann bleibt uns noch genügend Zeit für den Umstieg in die Eisenbahn!“ sagte Funny gelassen die Führung übernehmend.

„Bist du sicher? Ich habe gehört, dass es heute Probleme gibt!“

Lily flatterte nervös auf und ab.

Funny zuckte mit den Schultern.

„Mach dir nicht so viele Sorgen, Lily. Es wird schon alles gutgehen.“

Doch kaum waren sie in der Bahn, begann das Chaos. Die Bahn blieb an jeder Station länger stehen, als es sein sollte. An der Mühle dauerte es fünf Minuten, im Silberbachtal gar zehn. Lily rang verzweifelt ihre Hände. Auch die anderen Mitreisenden waren unruhig und tuschelten aufgeregt.

„Wir werden zu spät kommen! Was machen wir jetzt?“

Funny betrachtete die Situation ruhig.

„Wir steigen aus und nehmen eine Kutsche.“

Kaum hatten sie den Bahnsteig verlassen, bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick: ein endloser Stau aus lärmenden Kutschen, Wagen, Reitern. Lily riss entsetzt die Augen auf.

„Das schaffen wir niemals! Wir müssen zurück!“

Die beiden rannten die Treppe wieder hoch, nur um zu sehen, wie ihre Bahn davonfuhr. Lily kreischte entsetzt auf. Funny atmete tief durch.

„Bleib ruhig. Die nächste Bahn kommt bestimmt bald.“

Tatsächlich erschien die nächste Bahn nach einigen Minuten und sie stiegen schnell ein.

Am Hauptbahnhof angekommen, erreichten sie mit einem letzten Sprint ihren Bahnsteig. Gerade noch geschafft. Sie atmeten erleichtert auf, als ihre Anzeigetafel eine zehnminütige Verspätung ihres Zuges anzeigte.

„Na gut, wenigstens etwas Zeit zum Verschnaufen…“ murmelte Funny.

Doch da dröhnte eine neue Durchsage durch den Bahnhof: „Achtung, Bahnsteigwechsel! Ihr Zug fährt nun von Gleis 7 statt von Gleis 3!“

„Was?!“ Lily sprang panisch in die Luft. „Komm schon!“

Sie flatterten eilig über die Menge anderer wartender Passagiere hinweg und landeten atemlos neben Gleis 7. Kaum angekommen, knisterte es wieder in den Lautsprechern: „Der Zug verkehrt in umgekehrter Wagen-Reihenfolge.“

Lily sah Funny mit weit aufgerissenen Augen an. „Du meinst, wir sind am falschen Ende?!“

Funny seufzte. „Sieht so aus.“

Wieder stürzten sie den Bahnsteig entlang, als wären ihnen wilde Winde im Nacken. Und kaum hatten sie ihr neues Ziel erreicht, rollte der Zug auch schon ein. Aber in der richtigen Wagenfolge! Ein entsetzter Schrei entfuhr Lily. „NEIN!“

Funny packte ihre Freundin und zog sie erneut über den gesamten Bahnsteig zurück. Ihre winzigen Füße berührten kaum den Boden, so schnell rannten sie, völlig vergessend, dass sie als Elfen doch einfach über alle hinweg fliegen könnten. Endlich, völlig außer Atem, erreichten sie ihre reservierten Plätze und sanken erschöpft in die weichen Sitze.

Die Türen schlossen sich, der Zug setzte sich ruckelnd in Bewegung. Lily keuchte: „Fun-chan, das war das schlimmste Erlebnis meines Lebens.“

Funny grinste erschöpft. „Sieh es positiv: Wir haben es geschafft.“

Die warme Luft des Abteils umfing sie, und die gleichmäßigen Bewegungen des Zuges wiegten sie sanft in den Schlaf. So tief, dass sie nicht einmal bemerkten, wie die Landschaft vorbeizog oder die Fahrkartenkontrolle kam. Erst das sanfte Rütteln des Zugbegleiters weckte sie wieder.

„Meine Damen, wir sind an der Endhaltestelle.“

Funny blinzelte verwirrt. Lily sprang erschrocken auf. „FUN-CHAN! DAS IST NICHT UNSER ZIELORT!“

Funny seufzte tief. „Lily… ich glaube, jetzt haben wir wirklich ein Problem.“

Und so begann das nächste Abenteuer der beiden Blumenelfen, um wieder nach Hause zu kommen oder an ihr ursprüngliches Ziel zu gelangen.


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