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I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss

Die Geschichte von I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss beginnt mit der jungen Adligen Aileen Lauren d’Autriche, die sich in einer prekären Lage befindet. Eines Tages wird sie von ihrem Verlobten, Prinz Cedric, öffentlich verstoßen. Doch in diesem Moment kommt es zu einer schicksalhaften Erkenntnis: Sie erinnert sich plötzlich an ihr früheres Leben in einer anderen Welt und begreift, dass sie sich nun in einer Geschichte befindet, die sie bereits kennt – genauer gesagt in einer Otome-Game-Welt. Noch erschreckender ist die Tatsache, dass sie nicht die Heldin ist, sondern die klassische Bösewichtin, die im Laufe der Geschichte ein tragisches Ende erleiden soll.


Übersicht


Handlung

Aileen ist jedoch nicht gewillt, sich ihrem vorherbestimmten Schicksal zu ergeben. Entschlossen, ihr unheilvolles Ende zu verhindern, beschließt sie, das größte Hindernis in der Geschichte zu umschiffen: Sie will den „Final Boss“ der Geschichte, den Dämonenkönig Claude, für sich gewinnen. Claude, der Halbbruder des Prinzen, wird in der Spielhandlung als bedrohliche Figur dargestellt, die über immense Kräfte verfügt und im Verlauf der Geschichte zur ultimativen Herausforderung für die Heldin wird. Doch Aileen hat erkannt, dass er nicht einfach ein bösartiger Tyrann ist, sondern vielmehr eine missverstandene und isolierte Persönlichkeit.

Mit einer Mischung aus Entschlossenheit, Charme und taktischem Geschick nähert sie sich Claude und bietet ihm einen unerwarteten Vorschlag an: Sie möchte ihn heiraten. Ihr Ziel ist es nicht nur, sein Vertrauen zu gewinnen, sondern auch den Lauf der Geschichte so zu verändern, dass ihr eigenes tragisches Schicksal vermieden wird. Doch der Weg dorthin ist nicht einfach, denn Claude hegt tiefes Misstrauen gegenüber Menschen und ist zunächst nicht bereit, sich auf sie einzulassen. Zudem lauern viele Gefahren in der Welt um sie herum, darunter politische Intrigen, dunkle Verschwörungen und Feinde, die sowohl aus der menschlichen als auch aus der dämonischen Gesellschaft stammen.

Während sich die Geschichte entfaltet, entwickelt sich Aileen von einer scheinbaren Gegenspielerin zu einer starken Protagonistin, die mit Intelligenz und Herz um ihre Zukunft kämpft. Ihr Plan, den vermeintlichen Antagonisten für sich zu gewinnen, führt zu unerwarteten Wendungen, in denen Freundschaften geschlossen, Bündnisse geformt und tiefere Geheimnisse über die Welt, in der sie lebt, aufgedeckt werden. Dabei steht nicht nur ihre persönliche Zukunft auf dem Spiel, sondern auch das Gleichgewicht zwischen Menschen und Dämonen, das durch politische Machtspiele und Vorurteile immer wieder bedroht wird.


Genre-Einordnung

Die Serie I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss gehört hauptsächlich dem Fantasy-Genre an, wobei sie sich auch stark an den Tropen der Isekai- und romantischen Komödien orientiert. Der Fantasy-Aspekt ist besonders durch die märchenhafte Welt geprägt, die von Adelshäusern, Magie und übernatürlichen Wesen bevölkert wird. Die Existenz von Dämonen, magischen Kräften und einer stark hierarchisch geordneten Gesellschaft mit königlichen Intrigen unterstreicht diesen Aspekt und sorgt für eine tiefgehende Welt, in der sowohl Menschen als auch nicht-menschliche Wesen ihren Platz haben.

Die Serie weist zudem klare Elemente des Isekai-Genres auf, auch wenn die typische Methode des „Transportiertwerdens“ in eine andere Welt hier etwas subtiler umgesetzt wurde. Die Protagonistin realisiert nachträglich, dass sie in einer Spielwelt lebt, was ihr Wissen über den vorherbestimmten Verlauf der Geschichte und ihre Rolle darin stark beeinflusst. Diese Erkenntnis treibt die Handlung maßgeblich an, da sie ihr Schicksal ändern und einen anderen Weg einschlagen möchte als derjenige, den die ursprüngliche Geschichte für sie vorgesehen hat.

Neben der Fantasy- und Isekai-Komponente spielt die romantische Entwicklung zwischen Aileen und Claude eine bedeutende Rolle, wodurch sich auch Elemente der romantischen Komödie einfügen. Durch humorvolle Interaktionen, charmante Wortgefechte und Momente des Missverständnisses entsteht eine dynamische Beziehung, die sich über die Serie hinweg entwickelt. Dabei bleibt die Geschichte leichtfüßig und unterhaltsam, auch wenn sie gelegentlich ernste und dramatische Töne anschlägt.


Setting und Umfeld

Die Welt, in der I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss spielt, ist eine klassische Fantasy-Gesellschaft mit stark mittelalterlichen und aristokratischen Strukturen. Das Königreich, in dem sich die Geschichte entfaltet, ist von Monarchie und Adelshäusern geprägt, wobei höfische Etikette, politische Allianzen und gesellschaftlicher Status eine essenzielle Rolle spielen. Die hohe Aristokratie bestimmt die Machtverhältnisse und Einflussnahme innerhalb des Reiches, und Intrigen zwischen Adelsfamilien sind an der Tagesordnung.

Innerhalb dieser Gesellschaft gibt es jedoch eine zweite Ebene, die das Zusammenleben mit magischen Kreaturen und Dämonen betrifft. Anders als in vielen klassischen Fantasy-Erzählungen sind Dämonen hier nicht einfach nur monströse Wesen, die als Feinde der Menschheit betrachtet werden, sondern sie haben eine eigene Gesellschaft mit komplexen Strukturen. Sie leben unter der Herrschaft des Dämonenkönigs Claude, der sich zwar in einer antagonistischen Position zum menschlichen Königshaus befindet, jedoch nicht zwangsläufig als böse dargestellt wird. Die Dynamik zwischen Menschen und Dämonen ist von Spannungen geprägt, da es sowohl Vorurteile als auch tatsächliche Konflikte gibt, die den Frieden immer wieder gefährden.

Magie spielt eine wesentliche Rolle in dieser Welt und beeinflusst sowohl das tägliche Leben als auch die gesellschaftliche Hierarchie. Adlige mit magischer Begabung besitzen oft eine höhere Stellung, und magische Artefakte sowie Zauber sind ein natürlicher Bestandteil der Gesellschaft. Gleichzeitig gibt es Geheimnisse und verborgene Mächte, die nicht allen bekannt sind und die von bestimmten Gruppen für ihre eigenen Zwecke genutzt werden.

Die Handlung bewegt sich durch verschiedene Schauplätze innerhalb dieses Königreichs, von prunkvollen Palästen über akademische Einrichtungen bis hin zu den düsteren und geheimnisvollen Gebieten des Dämonenreichs. Während der Verlauf der Geschichte sich entfaltet, werden nicht nur die politischen Strukturen und das höfische Leben näher beleuchtet, sondern auch die Verflechtungen zwischen Menschen und Dämonen und die Herausforderungen, die aus diesen Beziehungen entstehen.


Charakterbeschreibungen

Aileen Lauren d’Autriche ist die Hauptfigur der Geschichte und beginnt als scheinbare Antagonistin in einer märchenhaften Adelsgesellschaft. Sie ist eine junge Frau von aristokratischer Herkunft, die zunächst als selbstbewusst, scharfsinnig und ehrgeizig dargestellt wird. Ihr Leben nimmt eine drastische Wendung, als ihr Verlobter, Prinz Cedric, sie öffentlich zugunsten einer anderen Frau verstößt. Doch in diesem Moment werden in ihr Erinnerungen an ihr vorheriges Leben geweckt, in dem sie ein anderes Dasein geführt hatte, und sie erkennt, dass sie sich in der Welt eines Otome-Games befindet. Die Erkenntnis, dass sie als klassische Bösewichtin der Geschichte vorgesehen ist und ein tragisches Ende nehmen wird, löst in ihr den starken Wunsch aus, dieses Schicksal abzuwenden.

Anstatt sich in Resignation zu verlieren, nutzt Aileen ihre Intelligenz und Entschlossenheit, um die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückzugewinnen. Sie handelt pragmatisch und strategisch, wodurch sie sich im Verlauf der Geschichte immer weiter von dem Bild der intriganten Adligen entfernt, das ihr ursprünglich zugedacht war. Ihr Plan, den Dämonenkönig Claude für sich zu gewinnen, ist dabei nicht nur eine kluge politische Entscheidung, sondern entwickelt sich allmählich zu einer echten Verbindung zwischen ihr und Claude.

Während ihrer Reise wächst sie sowohl emotional als auch charakterlich. Anfangs ist sie von der Angst getrieben, ihr vorherbestimmtes Schicksal zu ändern, doch nach und nach entwickelt sie eine tiefergehende Motivation: Sie will nicht nur sich selbst retten, sondern auch Claude und diejenigen, die ihr wichtig sind, beschützen. Ihre Persönlichkeit bleibt jedoch konstant stark und unabhängig, was sie von vielen typischen romantischen Heldinnen abhebt. Sie verlässt sich nicht auf andere, sondern geht Herausforderungen mit klarem Verstand und Entschlossenheit an, wodurch sie sich den Respekt und die Zuneigung ihrer Umgebung verdient.

Claude Jean Ellmeyer ist der Dämonenkönig und eine der zentralen Figuren der Geschichte. Er ist der Halbbruder von Prinz Cedric und steht in einem distanzierten Verhältnis zur menschlichen Gesellschaft. Durch seine dämonische Herkunft wird er von vielen gefürchtet, und seine enorme magische Kraft macht ihn zu einer Bedrohung für das Königreich. Doch hinter seiner unnahbaren und kalten Fassade verbirgt sich eine tiefgehende Einsamkeit, die aus seiner Isolation resultiert.

Claude wird zunächst als mächtig, aber verschlossen dargestellt. Er hat sich von der menschlichen Welt weitgehend zurückgezogen, da er von den politischen Machtspielen und Intrigen enttäuscht ist. Aufgrund seiner dämonischen Natur begegnet ihm Misstrauen und Angst, was dazu führt, dass er nur wenigen Menschen vertraut. Seine erste Begegnung mit Aileen verläuft deshalb auch eher skeptisch, da er es gewohnt ist, dass Menschen ihn aus Eigennutz aufsuchen.

Im Verlauf der Geschichte beginnt sich Claudes Charakter jedoch zu verändern. Aileen bringt ihn dazu, über seine Vorurteile nachzudenken, und durch ihre unermüdliche Hartnäckigkeit beginnt er, ihr langsam zu vertrauen. Seine kalte und distanzierte Art weicht zunehmend einer weicheren, fürsorglicheren Seite, und er beginnt, Gefühle für Aileen zu entwickeln, die er sich zunächst selbst nicht eingestehen will. Diese emotionale Entwicklung führt dazu, dass er sich nicht nur als Herrscher, sondern auch als Individuum verändert. Er öffnet sich mehr für seine Umgebung, beginnt, Verantwortung nicht nur für sein eigenes Reich, sondern auch für Aileen und die gemeinsamen Zukunftsperspektiven zu übernehmen.

Cedric Jean Ellmeyer ist der Kronprinz des Königreichs und Aileens ursprünglicher Verlobter. In der frühen Phase der Geschichte präsentiert er sich als charmanter, aber hochmütiger Aristokrat, der sich über Aileen erhebt und sie öffentlich demütigt, indem er sie zugunsten einer anderen Frau verlässt. Seine Handlungen wirken dabei selbstsicher und entschlossen, doch es wird schnell klar, dass er sich oft von seinem eigenen Stolz und seiner Selbstgerechtigkeit leiten lässt.

Im Verlauf der Handlung zeigt sich, dass Cedrics Handlungen nicht nur aus romantischen Motiven, sondern auch aus politischen Überlegungen resultieren. Sein Verhalten ist von dem Wunsch geprägt, sich von seinem Halbbruder Claude abzugrenzen und seine eigene Position innerhalb der Monarchie zu stärken. Doch als sich die Ereignisse zuspitzen und Aileen beginnt, ihren eigenen Weg zu gehen, wird er zunehmend unsicherer und fängt an, die Tragweite seiner Entscheidungen zu hinterfragen.

Seine Entwicklung verläuft nicht geradlinig, da er lange Zeit an seiner ursprünglichen Überzeugung festhält. Doch mit der Zeit erkennt er, dass er nicht unfehlbar ist und dass seine Handlungen Konsequenzen haben, die weit über seine persönlichen Wünsche hinausgehen. Während Aileen sich weiterentwickelt und über sich hinauswächst, steht Cedric zunehmend vor der Herausforderung, sich seinen eigenen Fehlern zu stellen.

Lilia Rainworth ist das Mädchen, für das Cedric Aileen verlässt, und wird in der Geschichte zunächst als typische „Heldin“ des Otome-Games präsentiert. Sie besitzt eine sanfte, liebenswerte Ausstrahlung und scheint auf den ersten Blick die perfekte Verkörperung einer Heldinnenfigur zu sein. Ihre freundliche und unschuldige Fassade verbirgt jedoch eine manipulative und berechnende Persönlichkeit, die sich der Macht ihrer Position durchaus bewusst ist.

Während sie von der Gesellschaft als unschuldiges Opfer von Aileens angeblicher Bosheit wahrgenommen wird, wird mit der Zeit deutlich, dass sie selbst keineswegs so hilflos ist, wie es scheint. Sie ist geschickt darin, andere für ihre eigenen Zwecke zu manipulieren und nutzt ihre Stellung, um Sympathien zu gewinnen.

Ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte bleibt ambivalent, da sie nicht direkt als böse dargestellt wird, sondern vielmehr als jemand, der die gesellschaftlichen Gegebenheiten geschickt zu ihrem Vorteil nutzt. Dennoch zeigen sich im Verlauf der Handlung zunehmend Risse in ihrer makellosen Fassade, insbesondere, als sie auf Widerstand stößt und ihre Pläne nicht mehr so aufgehen, wie sie es erwartet hatte.

Keith Eigrid ist einer der engsten Vertrauten von Claude und dient als Berater im Dämonenreich. Er ist ein intelligenter und strategisch denkender Mann, der seinem Herrn mit absoluter Loyalität dient. Anfangs steht er Aileen mit großer Skepsis gegenüber, da er sie für eine weitere Intrigantin aus der menschlichen Welt hält, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist. Doch mit der Zeit beginnt er, ihre Aufrichtigkeit zu erkennen, und entwickelt eine tiefere Achtung für ihre Entschlossenheit und ihren klugen Umgang mit schwierigen Situationen.

Seine Entwicklung innerhalb der Geschichte zeigt, dass er nicht nur als bloßer Unterstützer Claudes fungiert, sondern dass er auch eine eigene, vielschichtige Persönlichkeit besitzt. Sein anfängliches Misstrauen gegenüber Menschen weicht einer vorsichtigen Akzeptanz, und er beginnt zu erkennen, dass nicht jeder Mensch automatisch ein Feind der Dämonen sein muss. Sein Charakter bleibt dabei stets bedacht und rational, doch durch Aileens Einfluss gewinnt er neue Perspektiven auf das Verhältnis zwischen den beiden Welten.

Belzebuth ist einer der hochrangigen Dämonen und ein enger Vertrauter von Claude. Er gehört zu den mächtigsten Wesen in Claudes Reich und agiert sowohl als Berater als auch als Krieger, der bereit ist, das Dämonenkönigreich mit all seiner Kraft zu verteidigen. Auf den ersten Blick wirkt er unnahbar, ernst und pflichtbewusst, wobei er gegenüber Außenstehenden, insbesondere Menschen, mit tiefem Misstrauen begegnet.

Seine Beziehung zu Aileen beginnt mit Skepsis und Ablehnung, da er in ihr eine Bedrohung für die Ordnung des Dämonenreichs sieht. Doch im Verlauf der Geschichte erkennt er, dass sie eine ehrliche und fähige Verbündete ist. Diese Veränderung zeigt sich in seiner wachsenden Bereitschaft, ihre Vorschläge zu überdenken und sie in wichtigen Angelegenheiten zu unterstützen. Seine Loyalität zu Claude bleibt dabei unerschütterlich, doch sein Blick auf die Menschheit wird differenzierter. Er lernt, dass nicht alle Menschen nur darauf aus sind, Dämonen auszunutzen oder zu unterwerfen.

Isaac Lombard ist einer von Aileens engsten Verbündeten und fungiert als ihr persönlicher Unterstützer und Stratege. Er ist von ruhiger, besonnener Natur und besitzt ein ausgeprägtes taktisches Geschick, das ihn zu einem wertvollen Berater macht. Seine Loyalität Aileen gegenüber ist unerschütterlich, doch er behält stets einen kühlen Kopf und sorgt dafür, dass sie in schwierigen Situationen einen klaren Blick bewahrt.

Seine Entwicklung zeigt sich vor allem in der Art, wie er nach und nach beginnt, Aileens unkonventionellen Methoden zu vertrauen. Während er zu Beginn eher rational und zurückhaltend agiert, lernt er, dass emotionale Entscheidungen manchmal ebenso wichtig sein können wie strategische Kalkulationen. Seine Beziehung zu Aileen vertieft sich auf einer freundschaftlichen Ebene, und er bleibt eine ihrer wichtigsten Stützen im Laufe der Geschichte.

Die Charaktere von I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss zeichnen sich durch eine vielschichtige Entwicklung aus, bei der Vorurteile und gesellschaftliche Erwartungen hinterfragt werden. Aileen wächst von einer vermeintlichen Bösewichtin zu einer eigenständigen und starken Protagonistin heran, während Claude lernt, sich emotional zu öffnen und Verantwortung zu übernehmen. Auch die Nebencharaktere durchlaufen Wandlungen, die ihre ursprünglichen Rollen in der Geschichte in ein neues Licht rücken. Die Serie legt dabei großen Wert darauf, dass keine Figur eindimensional bleibt, sondern durch Interaktionen und Herausforderungen eine nachvollziehbare Entwicklung durchläuft.


Zeichnungen: Qualität und Stil

Die visuelle Gestaltung von I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss orientiert sich stark an den typischen Designprinzipien romantischer Fantasy-Anime. Charaktere sind detailliert gezeichnet, mit ausdrucksstarken Gesichtszügen und aufwendig gestalteten Outfits, die insbesondere in den adeligen Kreisen und der Welt der Dämonen ihre Wirkung entfalten. Der Stil lehnt sich an klassische Shoujo-Ästhetik an, mit schlanken Figuren, großen, emotional betonten Augen und weich fließenden Haaren, während die männlichen Hauptfiguren eine Mischung aus Eleganz und Dominanz ausstrahlen.

Farben sind kräftig, aber nicht übermäßig gesättigt, was eine stimmige Atmosphäre erzeugt. Besonders in den Szenen, die in den königlichen Palästen oder im Reich der Dämonen spielen, setzt die Serie auf auffällige Farbkontraste und kunstvolle Hintergründe. Es gibt zahlreiche Szenen mit malerischen Kulissen, sei es die prachtvolle Architektur der Menschenwelt oder die mystische, etwas düsterere Umgebung der Dämonen.

In ruhigeren Momenten bleibt die Bildgestaltung eher schlicht, mit weichen Farbverläufen und sanften Schatten, um die emotionale Wirkung zu unterstreichen. Gleichzeitig gibt es gelegentlich eine Überbetonung von Standardposen und Gesichtsausdrücken, die nicht immer eine einzigartige Note haben. Insgesamt ist die Zeichenqualität durchgehend solide, auch wenn sie in einigen weniger zentralen Szenen leicht schwankt.


Animation: Qualität und Umsetzung

Die Animationen in I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss sind insgesamt zufriedenstellend, aber nicht herausragend. Kampfszenen und magische Auseinandersetzungen sind gut choreografiert, wenn auch mit einer gewissen Begrenzung in der Bildrate und Detailtiefe. Bewegungen bleiben flüssig, insbesondere bei Szenen, in denen Magie zum Einsatz kommt, wobei Licht- und Partikeleffekte effektvoll eingesetzt werden, um die Fantasy-Elemente der Serie hervorzuheben.

Emotionale Momente sind in der Animation oft mit sorgfältigen Gesten und subtilen Mimikveränderungen unterlegt, was den Charakteren zusätzliche Tiefe verleiht. In ruhigeren Dialogszenen spart die Serie jedoch an aufwendigen Bewegungen, indem sie häufig Standbilder oder einfache Kameraeinstellungen verwendet. Das fällt besonders in Sequenzen auf, in denen mehrere Charaktere interagieren, da hier weniger auf dynamische Kamerafahrten gesetzt wird.

Obwohl die Animation also keine neuen Maßstäbe setzt, ist sie in den entscheidenden Momenten wirkungsvoll genug, um die Handlung mitreißend zu inszenieren.


Soundtrack: Qualität und Wirkung

Die musikalische Untermalung der Serie ist atmosphärisch stimmig und unterstreicht die verschiedenen Stimmungen der Handlung gekonnt. Der Soundtrack besteht aus einer Mischung von orchestralen Kompositionen, sanften Klavierstücken und kraftvollen, fast episch anmutenden Melodien, die vor allem in den dramatischen Szenen zur Geltung kommen.

Das Opening ist eingängig und spiegelt den lebhaften und zugleich romantischen Ton der Serie wider. Das Ending hingegen setzt auf eine sanftere, emotionalere Melodie, die gut zu den ruhigeren Momenten der Serie passt. Beide Songs ergänzen die Serie passend und bleiben im Gedächtnis.

Die Hintergrundmusik passt sich den jeweiligen Szenen gut an. Romantische Momente werden durch sanfte, fast märchenhafte Klänge unterstützt, während spannungsgeladene Passagen durch dynamischere Orchesterstücke intensiviert werden. Besonders gut ist der Einsatz von Chorgesängen und dunkleren Tönen, wenn es um das Dämonenkönigreich geht, wodurch eine klare stilistische Trennung zur Menschenwelt geschaffen wird.

Die Synchronisation, sowohl im japanischen Original als auch in der deutschen Fassung, ist gelungen. Aileens und Claudes Stimmen harmonieren gut miteinander und bringen ihre Persönlichkeiten glaubhaft zur Geltung.


Stärken der Serie

Die Serie hebt sich von anderen Isekai- und Otome-Game-Adaptionen durch ihre starke Protagonistin ab. Aileen ist weder eine typische „Damsel in Distress“ noch eine naive Heldin, sondern eine entschlossene und taktisch kluge Figur, die ihren eigenen Weg geht. Ihre Dynamik mit Claude ist besonders unterhaltsam, da ihre Interaktionen sowohl humorvolle als auch romantische Elemente geschickt miteinander verbinden.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Balance zwischen Romantik, Drama und Abenteuer. Die Geschichte entwickelt sich kontinuierlich weiter, sodass sich der Zuschauer nie zu lange in statischen oder vorhersehbaren Erzählmustern verliert. Die Welt der Serie ist reich ausgestaltet, und auch wenn nicht jedes Detail tiefgehend erklärt wird, schafft sie es, eine faszinierende Atmosphäre aufzubauen.

Außerdem setzt die Serie auf eine charmante Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit. Sie spielt mit den typischen Tropen des Genres, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen, was ihr eine frische und unterhaltsame Note verleiht.


Schwächen der Serie

Obwohl die Handlung insgesamt unterhaltsam ist, leidet sie stellenweise unter einer gewissen Vorhersehbarkeit. Viele Wendungen sind für erfahrene Zuschauer schnell durchschaubar, und manche Konflikte lösen sich relativ einfach auf, ohne große Konsequenzen für die Charaktere nach sich zu ziehen.

Zudem gibt es gelegentliche Ungleichgewichte im Pacing. Während einige Handlungsbögen gut ausgearbeitet sind, fühlen sich andere etwas gehetzt an, insbesondere gegen Ende, wo bestimmte Entwicklungen schneller abgeschlossen werden, als es der Geschichte guttut.

Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass einige Nebencharaktere trotz ihres Potenzials nicht ausreichend Tiefe erhalten. Während Aileen und Claude stark ausgearbeitet sind, bleiben einige ihrer Verbündeten und Gegenspieler eher oberflächlich oder verschwinden nach kurzer Zeit aus dem Fokus.


Fazit

I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss ist eine gelungene Mischung aus romantischer Fantasy, Abenteuer und cleverem Humor. Die Serie überzeugt mit einer starken Protagonistin, charmanten Charakterinteraktionen und einer interessanten Welt. Trotz kleinerer Schwächen in der Erzählstruktur und einer eher funktionalen Animation schafft sie es, ein unterhaltsames und kurzweiliges Erlebnis zu bieten. Wer nach einem Anime sucht, der eine frische Variante der klassischen Otome-Game-Prämisse bietet, wird hier bestens unterhalten.

Titel in Deutschland: I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss
Titel in Japan: Akuyaku Reijou nanode Last Boss wo Katte Mimashita
Erscheinungsjahr: 2022
FSK-Freigabe: 12 Jahre
Produktionsstudio: Maho Film
Genre: Fantasy, Romantik, Comedy, Isekai
Episodenanzahl: 12
Laufzeit: ca. 24 Minuten pro Episode

Ohnegleichen
Ohnegleichen
Aileen
Lilia
Claude und Aileen
Belzebuth

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Persönliche Meinung

Ich hab selbst noch nie ein Otome-Game gezockt – und wisst ihr was? Das braucht man auch gar nicht, um an dieser Serie seinen Spaß zu haben! Man muss nicht mal wissen, was „Otome“ überhaupt bedeutet. Wichtig ist nur: Die Hauptfigur – eigentlich die Böse in der Geschichte – hat ein riesiges Problem. Wenn sie nicht schleunigst ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, endet ihre Story schneller, als ihr lieb ist. Also legt sie los: clever, charmant und mit einer guten Portion Frechheit. Klar, manche Wendungen sieht man meilenweit kommen, aber das macht nichts. Denn am Ende zählt nicht nur, wo’s hingeht, sondern wie man dorthin kommt. Und genau das macht die Serie verdammt unterhaltsam. Drei Sterne!



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