„Ha, Klatschtante Lily schlägt erbarmungslos zu:“

„In der düsteren, von gespenstischem Mondlicht durchfluteten Nacht, in der der kalte Wind durch die knarrenden Äste alter, verdorrter Bäume pfiff, stand sie da – ihre Hände, triefend von einer dunklen, klebrigen Masse, die einst das pulsierende Lebenselixier hunderter winziger Kreaturen gewesen war. Sie hatten nichts verbrochen, nichts getan, als Schutz zu suchen, eine Zuflucht vor der bitteren Kälte, die sich in die Erde fraß und jede noch so kleine Spalte mit eisiger Schwärze füllte. Doch für sie war ihre bloße Existenz eine unerträgliche Beleidigung. Ihre winzigen Körper, die sich in den Schatten bewegten, ihre rastlosen Beine, die auf der Suche nach Wärme huschten – alles daran ekelte sie an, weckte in ihr eine unbändige Wut, eine Raserei, die nur durch Zerstörung gestillt werden konnte.

Sie atmete schwer, ihre Brust hob und senkte sich in abgehackten, unregelmäßigen Bewegungen. Die Wut in ihrem Inneren war wie ein dunkler, pulsierender Tumor, der nach mehr verlangte, nach absoluter, vollkommener Vernichtung. Mit verzerrtem Gesicht, in dem Wahnsinn und grausame Freude miteinander kämpften, riss sie die Tür zur Waffenkammer auf. Das verrostete Scharnier kreischte wie eine gequälte Seele, während sie mit irrem Blick die Regale nach dem perfekten Werkzeug ihres blutigen Handwerks absuchte.
ihre Finger, zitternd vor fiebriger Erregung, tasteten über rostige Klingen, über lange, scharfe Nägel und Fläschchen mit giftigem Pulver. Doch das war nicht genug. Nicht effizient genug. Nicht endgültig. Sie wollte nicht nur einen flüchtigen Sieg, sondern die vollkommene, absolute Auslöschung. Und dann sah sie es.
Dort, in einem staubbedeckten Regal, lauerte das Instrument des ultimativen Massakers. Ihr Blick verharrte auf der kleinen, unscheinbaren Schachtel, deren Etikett in blassen Buchstaben einen Namen trug, der wie ein Verdammungsurteil klang: Ameisenköder.
Ein unheilvolles Grinsen zog sich über ihr Gesicht. Ihre Finger krallten sich um die Packung, kniffen sie so fest, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Dies war kein einfacher Angriff mehr, kein zielloses Gemetzel. Dies war eine Kriegserklärung. Sie würde sie nicht nur vernichten – sie würde sie auslöschen, bis kein einziges Glied ihres winzigen Imperiums mehr existierte.
Mit einem letzten, schaurigen Lachen machte sie sich ans Werk. Die Nacht würde Zeuge ihres größten Triumphes werden. Ein Schlachtfeld aus Tausenden toter Körper, ein Meer aus Stille, in dem kein Bein mehr zuckte, keine Fühler mehr zitterten. Nur absolute Dunkelheit, absolute Leere. Der Ameisenkönig würde fallen.„
„Äh Lily. Du weisst schon, dass ich der kleinen Ameise, die sich bei uns verirrt hat, nur wieder nach Hause geholfen habe?“

„Ja, aber so klingt es doch viel spannender und dramatischer! Und wir HABEN Ameisenköder bei uns liegen“
„Ja, aber doch nur, um die Ameisen von unseren Rosen wegzulocken! Wir werden sie NICHT umbringen.“
„Und neulich bist du wie von der Tarantel gestochen aus unserer Waffen… äh… Speisekammer gestürzt. Und du sahst ziemlich wütend aus!“
„DU HAST JA AUCH MEINE IRISH-CREAM-KAFEESAHNE GEKLAUT!“
„Äh … ups …“
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