In der 76. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele Berlin rückt ein besonderes Werk in den Fokus des Goldenen Bären: Der Animationsfilm „A New Dawn“ (Originaltitel: Hana rokushô ga akeru hi ni) des Regisseurs Yoshitoshi Shinomiya. Dass ein Anime im prestigeträchtigen Wettbewerb vertreten ist, gilt in Branchenkreisen bereits als Ritterschlag und unterstreicht den Trend der Berlinale, Genregrenzen mutig zu durchbrechen.
Inhalt und Hintergrund
Der Film erzählt die poetische Geschichte des jungen Keitaro, der seit Jahren in einer stillgelegten Feuerwerksfabrik lebt. Sein Ziel: Das Geheimnis des „Shuhari“ zu entschlüsseln – ein legendäres, fast mythisches Feuerwerk, das sein Vater vor seinem spurlosen Verschwinden erfand. Vor der endgültigen Zerstörung der Fabrik durch die Urbanisierung versucht Keitaro, dieses Erbe ein letztes Mal zum Leuchten zu bringen. Shinomiya, der zuvor als Background-Artist für Größen wie Makoto Shinkai tätig war, verwebt hier meisterhaft Themen wie Familienvermächtnis, den Verlust von Traditionen und die Auswirkungen des Klimawandels.

Die Termine im Überblick
Falls Sie das Werk auf der großen Leinwand erleben möchten, gibt es während der Festivalwoche mehrere Gelegenheiten:
- Mittwoch, 18.02. | 21:30 Uhr: Berlinale Palast (Weltpremiere)
- Donnerstag, 19.02. | 16:00 Uhr: Uber Eats Music Hall
- Freitag, 20.02. | 12:30 Uhr: Urania
- Freitag, 20.02. | 20:00 Uhr: Haus der Berliner Festspiele
- Sonntag, 22.02. | 11:00 Uhr: HKW 1 (Miriam Makeba Auditorium)
Wie stehen die Chancen?
Kritiker zählen „A New Dawn“ zu den Geheimfavoriten. Die visuelle Wucht, kombiniert mit einer hochaktuellen ökologischen Botschaft, passt perfekt in das Profil der Jury unter dem Vorsitz von Wim Wenders. Auch wenn die Konkurrenz – etwa durch den US-Beitrag „At the Sea“ mit Amy Adams – stark ist, könnte Shinomiya nach dem Erfolg von Spirited Away (2002) erneut für eine Sensation des Animationsfilms in Berlin sorgen.
Weitere japanische Highlights und Anime im Programm
Neben dem großen Wettbewerb ist Japan auch in anderen Sektionen stark vertreten. Hier sind die wichtigsten Titel für Fans des japanischen Kinos:
„Erogotoshi-tachi yori: Jinruigaku nyûmon“ (Sektion: Berlinale Classics): Ein provokantes Meisterwerk des legendären Regisseurs Shōhei Imamura aus dem Jahr 1966.
„AnyMart“ (Sektion: Forum): Das Spielfilmdebüt von Yusuke Iwasaki ist eine scharfzüngige, fast surrealistische Satire auf den modernen Kapitalismus, angesiedelt in einem japanischen Supermarkt.
„Rental Family“ (Sektion: Berlinale Special): Eine Tragikomödie mit Brendan Fraser und japanischen Stars wie Takehiro Hira, die das Phänomen der in Japan mietbaren „Ersatzfamilien“ beleuchtet.
„Jubei Ninpucho“ (Ninja Scroll) (Sektion: Berlinale Classics): Ein echter Leckerbissen für Nostalgiker. Der Anime-Klassiker von 1993 wurde aufwendig restauriert und feiert seine Wiederentdeckung auf der großen Leinwand.

































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