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Adiuva et Protege Adventskalender – 05.12. – Nur brave Mädchen

Draußen war es stockfinster, und der Wind pfiff um die Ecken, aber in der Küche von Adiuva et Protege war es warm und gemütlich. Es gab Abendbrot – frisches Brot, Käse und Reste von Lydias Gulasch.

Funny nippte an ihrem Tee, stellte die Tasse ab und sah Lily mit einem geheimnisvollen Lächeln an.

„Sag mal, Lily, weißt du eigentlich, was morgen für ein Tag ist?“

Lily kaute noch an einem Stück Brot, schluckte es hastig hinunter und legte die Stirn in Falten.

„Morgen? Morgen ist Samstag. Da wollten wir zu deinen Eltern ins Elfental, oder?“

Funny schüttelte den Kopf, das Lächeln wurde breiter.

„Ja, das auch. Aber morgen ist der 6. Dezember. Das ist Nikolaus-Tag.“

Lily zuckte mit den Schultern, mäßig beeindruckt.

„Kenn ich nicht. Ist das wieder so ein Menschending?“

Darin, der gerade noch ruhig an seinem Käsebrot geknabbert hatte, richtete sich kerzengerade auf. Er schob die Brille zurecht, hob den Zeigefinger und holte tief Luft. Seine Augen leuchteten im Dozenten-Modus auf.

„Nun, historisch betrachtet geht der Brauch auf Nikolaus von Myra zurück, einen Bischof, der im 4. Jahrhundert lebte. Die Legenden besagen, dass er Gold in…“

„Danke, Herr Professor!“ unterbrach ihn Funny lachend und machte eine abwehrende Handbewegung. Sie wusste genau: Noch ein Satz über byzantinische Geschichte, und Lily würde mit dem Gesicht im Gulasch einschlafen.

Funny lehnte sich verschwörerisch über den Tisch.

„Was Darin sagen will: Der Nikolaus kommt heute Nacht. Und er bringt allen braven Mädchen…“ – sie machte eine Kunstpause und warf einen vielsagenden Blick auf Lily – „…jede Menge Süssigkeiten. Schokolade. Einhorn-Kekse. Und Drachen-Schoko-Taler.“

Spätestens beim Wort „Drachentaler“ riss Lily die Augen auf. Ihre Ohren wackelten kurz.

„Drachen-Taler? Aus Schokolade?“

Sie richtete sich auf, vollkommen hellwach.

„Okay. Ich höre zu.“

Dann verarbeitete sie Funnys Satz.

„Moment. Du hast ‚braven Mädchen‘ gesagt.“

Lily zögerte einen Moment. Sie rutschte auf ihrem Stuhl hin und her.

„Ich bin ein Mädchen. Und ich bin… brav. Meistens.“

Darin, der gerade an seinem Tee nippte, verschluckte sich fast. Er hustete, wischte sich den Mund ab und formte lautlos, aber überdeutlich, nur ein Wort mit den Lippen: D-O-R-N-E-N-H-E-C-K-E.

Lily warf ihm einen vernichtenden Blick zu, aber Funny grinste nur.

„So sind die Nikolausregeln: die Braven bekommen Süßigkeiten und die Anderen nur eine Rute.“

Darin hatte sich wieder gefangen.

„In der Menschenwelt gibt es noch eine weitere Regel. Die braven Mädchen“, er betonte das Wort brav so stark, dass es fast im Raum stand, „müssen am Vorabend ihre Stiefel putzen und vor die Tür stellen. In der Nacht füllt der Nikolaus sie dann mit Süßigkeiten.“

Lily sprang auf, als hätte sie der Stuhl gebissen. Sie spurtete zur Tür, blieb aber auf halbem Weg wie angewurzelt stehen. Sie drehte sich langsam um, Panik in den grauen Augen.

„STIEFEL?“

Ihre Stimme überschlug sich fast.

„Was für Stiefel? ICH HAB KEINE STIEFEL!“

Verzweiflung breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Und sie hatte recht. Blumenelfen brauchten keine Schuhe. Sie schwebten, sie flogen, sie liefen barfuß über Moos. Kleidung war nur ein Zugeständnis an die Gesellschaft (wobei Darins T-Shirts immer ein oder zwei Nummern zu groß und die Bikinis der Mädchen eher… minimalistisch waren). Aber Stiefel? Lily hatte in ihrem ganzen Leben noch nie festes Schuhwerk besessen.

„Das ist unfair!“ rief sie jammernd und ließ die Schultern hängen. „Heißt das ‚Keine Stiefel, keine Schokolade‘? Das ist Diskriminierung von Barfuß-Gängern!“

Darin öffnete den Mund, um eine pragmatische Lösung (vielleicht einen Kochtopf?) vorzuschlagen, aber Funny war schneller.

„Keine Panik, Li-chan.“

Funny stand auf und ging zur Kommode.

„Du brauchst keine Stiefel.“

Lilys Gesicht hellte sich augenblicklich auf.

Funny zog drei große, wollige Socken hervor.

„Ich habe uns Weihnachtssocken von unseren Nachbarn geliehen. Viele Menschen hängen die an den Kamin, da braucht man dann keine Stiefel.“

Sie hielt die Socken hoch: Eine war himmelblau, eine dunkelrot und eine graublau.

Funny ging zum Kamin, stoppte aber kurz davor und drehte sich zu Lily um. Sie musste sich das Lachen verkneifen, als sie Lilys erwartungsvollen Blick auf die rote Socke sah.

„Aber Lily… die werden wirklich nur gefüllt, wenn du brav warst. Warst du denn brav dieses Jahr?“

Lily schluckte.

„Na klar“, wollte sie sagen.

Aber das Wort blieb ihr im Hals stecken.

Ihr Gehirn startete eine schnelle Diashow ihrer „besten“ Momente der letzten Zeit:

Bild 1: Gestern. Die Hecke. Es hatte zwei Stunden und Darins gesamte Magie-Reserve gekostet, die fleischfressenden Dornenranken wieder zurückzudrängen. Die Nachbarn hatten sich beschwert, dass sie nicht mal mehr zum Briefkasten gehen konnte, ohne dass ein Ast nach ihnen schnappte.

Bild 2: Letzte Woche. Lily war mit dem Wäschewaschen dran gewesen. „Buntwäsche“ hatte sie wörtlich genommen. Darins Lieblings-T-Shirt war nun… nun ja, es war ein sehr kräftiges, leuchtendes Neon-Pink. Funny hatte Tränen gelacht, Darin eher weniger.

Bild 3: Letzter Monat. Lily hatte einen „Optimierungszauber“ für ihre Verteidigungsmagie testen wollen. Die Dornen sollten Feuer spucken. Das hatte nicht geklappt. Stattdessen war die Test-Hecke mit einem lauten KA-WUMM explodiert – mitten in Funnys heiligem Rosenbeet. Funny hatte drei Tage lang nicht mit ihr geredet. Das war eine dunkle Zeit gewesen.

Bild 4: Der Geleitschutz-Auftrag. Lumina, die kleine Schwester der Kronprinzessin. Lily sollte sie nur sicher von A nach B bringen. Irgendwie waren sie am Ende auf dem Rücken eines wilden Greifen gelandet und hatten eine illegale Flugshow über dem Palast veranstaltet. Lumina fand es toll. Die Hofdame jedoch ist in Ohnmacht gefallen.

Lily wurde auf ihrem Stuhl immer kleiner. Sie sackte in sich zusammen wie ein Soufflé, das zu früh aus dem Ofen geholt wurde. Ihr Kopf senkte sich, die roten Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie sah wirklich, wirklich wie ein Häufchen Unglück aus.

„Vielleicht…“, murmelte sie leise, „vielleicht sollte ich meine Socke lieber nicht aufhängen. Ich bin wohl eher ein Fall für die Rute.“

Es herrschte kurz Stille. Funny und Darin tauschten einen warmen Blick.

Dann war Funny bei ihr. Sie legte den Arm um Lilys Schultern und drückte sie fest an sich.

„Hey“, flüsterte sie ihr ins Ohr. „Hör mal zu. Ja, du bist das Chaos in Person. Aber du bist immer da, wenn wir dich brauchen. Du haust uns aus den unmöglichsten Situationen wieder raus. Du sicherst unseren Rücken, egal wie stark der Feind ist. Und du schlägst dich tapfer mit der Presse herum.“

Darin kam von der anderen Seite und nahm Lilys Hand in seine.

„Funny hat recht. Du bist die beste Freundin, die man sich nur wünschen kann. Ohne dich wäre es hier viel zu ruhig. Und viel zu langweilig.“

Lily schniefte leise und sah auf. Ein kleines Lächeln kämpfte sich durch ihre Zerknirschtheit.

„Wirklich?“

„Wirklich“, sagte Funny bestimmt. „Und jetzt komm. Wir hängen die Socken auf.“

Gemeinsam gingen sie zum Kamin. Funny hängte die himmelblaue Socke auf. Darin platzierte die graublaue daneben. Und Lily, mit nun wieder leuchtenden Augen, hängte die rote Socke äußerst sorgfältig auf.

„So“, sagte Funny zufrieden. „Jetzt ab ins Bett. Der Nikolaus kommt nur, wenn alle schlafen.“

Die drei verabschiedeten sich in ihre Zimmer. Im Haus wurde es still. Funny schlief schnell ein. Darin las noch kurz und machte dann das Licht aus.

Aber in der Drachenhöhle? Lily lag hellwach unter ihrer Decke. Sie starrte an die Decke. Sie lauschte auf jedes Knacken im Gebälk. War das ein Schlitten? War das ein Stiefel im Kamin? Sie drehte sich nach links. Sie drehte sich nach rechts. Drachentaler. Schokolade. War sie wirklich brav genug gewesen?

Es würde eine sehr, sehr lange Nacht für Lily werden.

Mehr Lust auf Abenteuer von Funny, Lily und Darin?
Dann schaut ins Buch „Die Akademie der Krone“, des 1. Bandes der „Chroniken der Wächter“. Jetzt beim Carow Verlag bestellen!

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Kommentare

Eine Antwort zu „Adiuva et Protege Adventskalender – 05.12. – Nur brave Mädchen“

  1. Avatar von Ursula
    Ursula

    Fantastisch!!

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Adiuva et Protege Adventskalender – 05.12. – Nur brave Mädchen

Draußen war es stockfinster, und der Wind pfiff um die Ecken, aber in der Küche von Adiuva et Protege war es warm und gemütlich. Es gab Abendbrot – frisches Brot, Käse und Reste von Lydias Gulasch.

Funny nippte an ihrem Tee, stellte die Tasse ab und sah Lily mit einem geheimnisvollen Lächeln an.

„Sag mal, Lily, weißt du eigentlich, was morgen für ein Tag ist?“

Lily kaute noch an einem Stück Brot, schluckte es hastig hinunter und legte die Stirn in Falten.

„Morgen? Morgen ist Samstag. Da wollten wir zu deinen Eltern ins Elfental, oder?“

Funny schüttelte den Kopf, das Lächeln wurde breiter.

„Ja, das auch. Aber morgen ist der 6. Dezember. Das ist Nikolaus-Tag.“

Lily zuckte mit den Schultern, mäßig beeindruckt.

„Kenn ich nicht. Ist das wieder so ein Menschending?“

Darin, der gerade noch ruhig an seinem Käsebrot geknabbert hatte, richtete sich kerzengerade auf. Er schob die Brille zurecht, hob den Zeigefinger und holte tief Luft. Seine Augen leuchteten im Dozenten-Modus auf.

„Nun, historisch betrachtet geht der Brauch auf Nikolaus von Myra zurück, einen Bischof, der im 4. Jahrhundert lebte. Die Legenden besagen, dass er Gold in…“

„Danke, Herr Professor!“ unterbrach ihn Funny lachend und machte eine abwehrende Handbewegung. Sie wusste genau: Noch ein Satz über byzantinische Geschichte, und Lily würde mit dem Gesicht im Gulasch einschlafen.

Funny lehnte sich verschwörerisch über den Tisch.

„Was Darin sagen will: Der Nikolaus kommt heute Nacht. Und er bringt allen braven Mädchen…“ – sie machte eine Kunstpause und warf einen vielsagenden Blick auf Lily – „…jede Menge Süssigkeiten. Schokolade. Einhorn-Kekse. Und Drachen-Schoko-Taler.“

Spätestens beim Wort „Drachentaler“ riss Lily die Augen auf. Ihre Ohren wackelten kurz.

„Drachen-Taler? Aus Schokolade?“

Sie richtete sich auf, vollkommen hellwach.

„Okay. Ich höre zu.“

Dann verarbeitete sie Funnys Satz.

„Moment. Du hast ‚braven Mädchen‘ gesagt.“

Lily zögerte einen Moment. Sie rutschte auf ihrem Stuhl hin und her.

„Ich bin ein Mädchen. Und ich bin… brav. Meistens.“

Darin, der gerade an seinem Tee nippte, verschluckte sich fast. Er hustete, wischte sich den Mund ab und formte lautlos, aber überdeutlich, nur ein Wort mit den Lippen: D-O-R-N-E-N-H-E-C-K-E.

Lily warf ihm einen vernichtenden Blick zu, aber Funny grinste nur.

„So sind die Nikolausregeln: die Braven bekommen Süßigkeiten und die Anderen nur eine Rute.“

Darin hatte sich wieder gefangen.

„In der Menschenwelt gibt es noch eine weitere Regel. Die braven Mädchen“, er betonte das Wort brav so stark, dass es fast im Raum stand, „müssen am Vorabend ihre Stiefel putzen und vor die Tür stellen. In der Nacht füllt der Nikolaus sie dann mit Süßigkeiten.“

Lily sprang auf, als hätte sie der Stuhl gebissen. Sie spurtete zur Tür, blieb aber auf halbem Weg wie angewurzelt stehen. Sie drehte sich langsam um, Panik in den grauen Augen.

„STIEFEL?“

Ihre Stimme überschlug sich fast.

„Was für Stiefel? ICH HAB KEINE STIEFEL!“

Verzweiflung breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Und sie hatte recht. Blumenelfen brauchten keine Schuhe. Sie schwebten, sie flogen, sie liefen barfuß über Moos. Kleidung war nur ein Zugeständnis an die Gesellschaft (wobei Darins T-Shirts immer ein oder zwei Nummern zu groß und die Bikinis der Mädchen eher… minimalistisch waren). Aber Stiefel? Lily hatte in ihrem ganzen Leben noch nie festes Schuhwerk besessen.

„Das ist unfair!“ rief sie jammernd und ließ die Schultern hängen. „Heißt das ‚Keine Stiefel, keine Schokolade‘? Das ist Diskriminierung von Barfuß-Gängern!“

Darin öffnete den Mund, um eine pragmatische Lösung (vielleicht einen Kochtopf?) vorzuschlagen, aber Funny war schneller.

„Keine Panik, Li-chan.“

Funny stand auf und ging zur Kommode.

„Du brauchst keine Stiefel.“

Lilys Gesicht hellte sich augenblicklich auf.

Funny zog drei große, wollige Socken hervor.

„Ich habe uns Weihnachtssocken von unseren Nachbarn geliehen. Viele Menschen hängen die an den Kamin, da braucht man dann keine Stiefel.“

Sie hielt die Socken hoch: Eine war himmelblau, eine dunkelrot und eine graublau.

Funny ging zum Kamin, stoppte aber kurz davor und drehte sich zu Lily um. Sie musste sich das Lachen verkneifen, als sie Lilys erwartungsvollen Blick auf die rote Socke sah.

„Aber Lily… die werden wirklich nur gefüllt, wenn du brav warst. Warst du denn brav dieses Jahr?“

Lily schluckte.

„Na klar“, wollte sie sagen.

Aber das Wort blieb ihr im Hals stecken.

Ihr Gehirn startete eine schnelle Diashow ihrer „besten“ Momente der letzten Zeit:

Bild 1: Gestern. Die Hecke. Es hatte zwei Stunden und Darins gesamte Magie-Reserve gekostet, die fleischfressenden Dornenranken wieder zurückzudrängen. Die Nachbarn hatten sich beschwert, dass sie nicht mal mehr zum Briefkasten gehen konnte, ohne dass ein Ast nach ihnen schnappte.

Bild 2: Letzte Woche. Lily war mit dem Wäschewaschen dran gewesen. „Buntwäsche“ hatte sie wörtlich genommen. Darins Lieblings-T-Shirt war nun… nun ja, es war ein sehr kräftiges, leuchtendes Neon-Pink. Funny hatte Tränen gelacht, Darin eher weniger.

Bild 3: Letzter Monat. Lily hatte einen „Optimierungszauber“ für ihre Verteidigungsmagie testen wollen. Die Dornen sollten Feuer spucken. Das hatte nicht geklappt. Stattdessen war die Test-Hecke mit einem lauten KA-WUMM explodiert – mitten in Funnys heiligem Rosenbeet. Funny hatte drei Tage lang nicht mit ihr geredet. Das war eine dunkle Zeit gewesen.

Bild 4: Der Geleitschutz-Auftrag. Lumina, die kleine Schwester der Kronprinzessin. Lily sollte sie nur sicher von A nach B bringen. Irgendwie waren sie am Ende auf dem Rücken eines wilden Greifen gelandet und hatten eine illegale Flugshow über dem Palast veranstaltet. Lumina fand es toll. Die Hofdame jedoch ist in Ohnmacht gefallen.

Lily wurde auf ihrem Stuhl immer kleiner. Sie sackte in sich zusammen wie ein Soufflé, das zu früh aus dem Ofen geholt wurde. Ihr Kopf senkte sich, die roten Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie sah wirklich, wirklich wie ein Häufchen Unglück aus.

„Vielleicht…“, murmelte sie leise, „vielleicht sollte ich meine Socke lieber nicht aufhängen. Ich bin wohl eher ein Fall für die Rute.“

Es herrschte kurz Stille. Funny und Darin tauschten einen warmen Blick.

Dann war Funny bei ihr. Sie legte den Arm um Lilys Schultern und drückte sie fest an sich.

„Hey“, flüsterte sie ihr ins Ohr. „Hör mal zu. Ja, du bist das Chaos in Person. Aber du bist immer da, wenn wir dich brauchen. Du haust uns aus den unmöglichsten Situationen wieder raus. Du sicherst unseren Rücken, egal wie stark der Feind ist. Und du schlägst dich tapfer mit der Presse herum.“

Darin kam von der anderen Seite und nahm Lilys Hand in seine.

„Funny hat recht. Du bist die beste Freundin, die man sich nur wünschen kann. Ohne dich wäre es hier viel zu ruhig. Und viel zu langweilig.“

Lily schniefte leise und sah auf. Ein kleines Lächeln kämpfte sich durch ihre Zerknirschtheit.

„Wirklich?“

„Wirklich“, sagte Funny bestimmt. „Und jetzt komm. Wir hängen die Socken auf.“

Gemeinsam gingen sie zum Kamin. Funny hängte die himmelblaue Socke auf. Darin platzierte die graublaue daneben. Und Lily, mit nun wieder leuchtenden Augen, hängte die rote Socke äußerst sorgfältig auf.

„So“, sagte Funny zufrieden. „Jetzt ab ins Bett. Der Nikolaus kommt nur, wenn alle schlafen.“

Die drei verabschiedeten sich in ihre Zimmer. Im Haus wurde es still. Funny schlief schnell ein. Darin las noch kurz und machte dann das Licht aus.

Aber in der Drachenhöhle? Lily lag hellwach unter ihrer Decke. Sie starrte an die Decke. Sie lauschte auf jedes Knacken im Gebälk. War das ein Schlitten? War das ein Stiefel im Kamin? Sie drehte sich nach links. Sie drehte sich nach rechts. Drachentaler. Schokolade. War sie wirklich brav genug gewesen?

Es würde eine sehr, sehr lange Nacht für Lily werden.

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Dann schaut ins Buch „Die Akademie der Krone“, des 1. Bandes der „Chroniken der Wächter“. Jetzt beim Carow Verlag bestellen!

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Kommentare

Eine Antwort zu „Adiuva et Protege Adventskalender – 05.12. – Nur brave Mädchen“

  1. Avatar von Ursula
    Ursula

    Fantastisch!!

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